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November
2005
Liebe ehemalige
Weltbank-Kolleginnen und –Kollegen,
liebe
Familienmitglieder,
die vorgezogenen
Wahlen zum Deutschen Bundestag – gleichzeitig mit den Präsidentenwahlen in
Afghanistan - haben die Teilnahme an unserem Jahrestreffen in Aachen nicht
beeinflusst, obgleich sie am selben Wochenende stattfanden. Die Urteile über
die Ergebnisse beider Veranstaltungen allerdings unterschieden sich erheblich.
Über unser Jahrestreffen jedenfalls äußerten sich Teilnehmer sehr zufrieden.
Die beigefügten
Fotos sollten diesen Allgemeineindruck vermitteln. Sie sind nur ein Querschnitt
der Gesamtausbeute von zwei Kameras. Die Kameraführung hatte Verena Kölle
übernommen, der wir hiermit sehr danken.
Das wunderbare
Wetter trug natürlich seinen Teil zu der guten Stimmung bei. Welch ein
Gegensatz zu der schrecklichen Unwetterkatastrophe des Hurricans Katrina in den
Südstaaten der USA, dem Land, dessen Gäste wir alle einmal sein durften.
Ganz besonderer Dank
gebührt dem Ehepaar Bröder, das nicht nur ein hervorragendes neues sehr gut
geführtes im Zentrum der Stadt gelegenes Hotel gebucht hat, sondern auch ein
hoch interessantes Programm erarbeitet hatte.
Einschließlich der
auf dem Weg zum Treffen verhinderten zwei Teilnehmer waren 78 der Einladung
nach Aachen gefolgt, fünf mehr als im Jahr zuvor nach Hamburg.
Unser Besuch in
Hamburg vor einem Jahr war zukunftsorientiert, Deutschlands größte Hafenstadt
mit großer Perspektive.
Unser Besuch in
Aachen war dagegen vornehmlich auf die große Vergangenheit dieser bedeutenden
schon seit annähernd 2000 Jahren bekannten Bäderstadt ausgerichtet (bereits um
150 n. Chr. besuchte Candidinius Gajus Sevir die Heilquellen gefolgt von König
Pipin 753).
Wir konnten in
Geschichte, Architektur und Kirchengeschichte so wie -kunst eintauchen. Der
Höhepunkt war zweifellos die Führung im Dom durch Frau Dr. Lepie, die ehemalige
Kustodin des Domschatzes. Sie war für Jahrzehnte an der Restaurierung von
Schreinen und Leuchtern beteiligt. Frau Lepie faszinierte uns durch ihr
detailliertes Wissen und ihre Freude an allem Schönen und Begeisterung für
alles Schöne im Dom. Für diese unvergessliche lebhafte und anschauliche Führung
sei Frau Dr. Lepie hier noch einmal besonders gedankt.
Nach diesem Auftakt
trafen wir uns im Tonnengewölbe des Ratskellers (13. Jahrhundert) zu einem
auserlesenen Abendessen. Den Abschluß desselben bildete der humorvoll
vorgetragene Bericht von Burke Knapp (92 Jahre), Senior Vice President der
Weltbank bis 1978, über seine Erfahrungen in Deutschland vor dem zweiten
Weltkrieg.
Es war uns eine
besondere Ehre und große Freude, Burke Knapp mit seiner Tochter Elise
wieder wie 1998 in Bernried dabei zu haben.
Am
Samstag wurden wir vormittags in mehrere Gruppen aufgeteilt, eine davon
englischsprachig für unsere Gäste aus USA, Belgien, England und Frankreich.
Fremdenführerinnen begleiteten uns durch die leicht zu „erlaufende“ Stadt. So
lernten wir Geschichte, Architektur so wie die zum Teil belustigenden Werke
zeitgenössischer Künstler kennen. Letztere stellten auch besonders humorvoll
ein Bild der heutigen vielschichtigen Gesellschaft dar.
Der Nachmittag des
Samstag war der Mitgliederversammlung gewidmet. Unsere frühere Kollegin
Marianne Haug, die inzwischen Mitglied bei uns geworden ist, eröffnete die
Versammlung mit ihrem sehr zeitgemäßen Vortrag über Energieprobleme und
künftige Energiepolitik. Die anschließende Diskussion zeigte, wie Frau Haug
ihre Zuhörer mit dem so aktuellen Thema fasziniert hatte. Wir dürfen Marianne
Haug noch einmal sehr für ihren überzeugenden und klaren Vortrag danken.
Zur
Mitgliederversammlung besonders begrüßt wurden
Alexander Graf
von Keyserlingk als Mitglied
des Vorstandes und Vertreter der Präsidentin der 1818 Society in Washington,
D.C., Adrienne Nassau; und
Horst von
Oppenfeld, der nunmehr im
Alter von 92 Jahren dabei war wie immer. Keine der Aktivitäten und
Stadtwanderungen ließ er aus, ebenso wie Burke Knapp. Nach dem Jahrestreffen
unternahm Horst noch Reisen innerhalb Deutschlands bevor er die Rückreise
antrat.
Außer der üblichen
Tagesordnung der Versammlung wurden Themen diskutiert, wie Kriterien zur
Mitgliedschaft in der 1818 Society, angestoßen von der 1818 Society, und
Kostenerstattung für Medikamente, besonders generic drugs.
Eine Befragung der
„Väter“ unserer Satzung (German Speaking Chapter der 1818 Society) ergab
die Empfehlung
a) zur Beibehaltung der mit der seinerzeitigen
Präsidentin der 1818 Society (Shirley Boskey) vereinbarten Flexibilität der
Aufnahmekriterien; damit ist uns die Möglichkeit gegeben, ehemalige Mitarbeiter
der Weltbank aufzunehmen, die aufgrund u. a. zu kurzer Tätigkeit in der Bank
nicht in der 1818 Society aufgenommen werden können; und
b) die Mindestzeit der Tätigkeit in der/für die
Bank auf zwei Jahre festzusetzen, die auch für die Aufnahme von Consultants
gelten sollte.
Zur Frage der
Kostenerstattung für „generic drugs“ konnte Paul Knotter, der sich
dankenswerterweise Versicherungs- und Pensionsfragen für uns annimmt, von John
Kendall, dem im Vorstand der 1818 Society Verantwortlichen für
Krankenversicherung, zunächst erfahren, daß
a) der Krankenversicherungsplan der Weltbank
(MIP) Anreize zum Kauf von „generic drugs“ im Wesentlichen für die in den USA
Lebenden vorsieht;
b) MIP nichts über die Gültigkeit dieser Anreize
in Ländern außerhalb der USA sagt; und folglich
c) außerhalb die gleichen Regeln gelten sollten
wie in den USA.
Diesem folgend
teilte John Kendall jedoch am 21. 10. 05 mit, dass für die in Deutschland
lebenden unter Vanbreda Plan 1 Versicherten laut gültiger gedruckter Version
der Summary Plan Description für generic drugs ebenso wie für Markenmedikamente
80% der Kosten ersetzt werden bei Berücksichtigung der üblichen deductibles.
Unser nächstes Jahrestreffen
in der Theaterstadt Meiningen wird am zweiten Wochenende im September
2006 stattfinden. Das Ehepaar Fuchs hat dankenswerterweise bereits ein
interessantes Programm vorbereitet, was außer Stadtführung u. a. eventuell auch
einen Theaterbesuch vorsieht. Für einen Vortrag konnte die Zustimmung von Frau
Haleh Bridi gewonnen werden, der Leiterin der Weltbankvertretung bei der EU.
Für das
Jahrestreffen 2007 hat sich Dieter von Samson angeboten, Möglichkeiten
in Wörlitz, Weltkulturerbe der UNESCO in Sachsen-Anhalt, zu
recherchieren.
Über die
Einzelheiten der Mitgliederversammlung so wie über die Vorträge von Marianne
Haug, Professor Eversheim und der Bürgermeisterin Scheidt berichten die
beigefügten Protokolle von Erika Wagenhöfer.
Das Galadiner fand
im Ballsaal des Alten Kurhauses statt. Vor dem Nachtisch präsentierte der
Sprecher des Karlspreisdirektoriums, Prof. Dr. Eversheim, anhand von Folien die
Geschichte des Karlspreises und ihre Träger. Wir danken Professor Eversheim für
seine anschauliche Präsentation.
Für die
„Unentwegten“ gab es auch am Sonntag noch ein Programm. Wer noch nicht
abgereist war, konnte an einer 6 Stunden dauernden Dreiländerfahrt mit dem Bus
teilnehmen, das Ludwig-Forum für Internationale Kunst oder den Goldschmied und
Metallbildhauer Albert Sous in Würselen besuchen.
Die Mehrzahl nahm an
der Dreiländerfahrt teil und kehrte begeistert zurück. Auf der Fahrt nach
Maastricht gab es Erläuterungen zu Aachen und dem riesigen Gelände der
Universität mit dem Klinikum. Der Stadtführung in Maastricht folgte die
Rückfahrt nach Aachen über Belgien. Die Abtei Val Dieu in Aubel konnte wegen
Zeitmangels nicht besucht werden.
Andere besuchten den
Goldschmied und das Ludwig-Forum und waren nicht minder begeistert. Albert Sous
fertigt nicht nur filigranen Goldschmuck sondern schafft auch große schwere
Skulpturen aus Metall. Eines seiner Werke ist der bekannte Kugel-Brunnen in der
Stadt Aachen. Besonders beeindruckend war offensichtlich die von Herrn Sous aus
etwa 30.000 Flaschen gemauerte Kuppel, die einen Durchmesser von neun Metern
hat und im Scheitelpunkt 4,50 Meter hoch ist.
Mit diesen drei
zusätzlichen Programmen endete unser Besuch in Aachen.
Begonnen hatte er
mit einem Empfang im Rathaus. Die Bürgermeisterin Scheidt, Bündnis 90 Grüne, in
Vertretung des Oberbürgermeisters Dr. Linden, SPD, führte uns bei Sekt und
lukullischen Canapes in Wirtschaft und Politik der etwa 250.000 Einwohner
zählenden Stadt ein. Erfolgreiche Integration von Ausländern, die
Städtepartnerschaft mit Arlington, VA und der von drei verschiedenen
politischen Parteien gemeinsam erstellte Haushalt waren die für uns
interessantesten Themen ihrer Präsentation.
Abschließend Nachrichten über ehemalige Kollegen.
Rainer Steckhan,
bei der Bank von 1964 bis 1995,
hat seine führende Position beim Council of Europe Social Development
Fund in Paris aufgegeben. Er hat „es dann aber doch nicht lassen können“ und
die Wahl zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Entwicklungsbank des
Europarates angenommen (Persönliche Mitteilung).
James D. Wolfensohn,
Präsident der Weltbank 1995 bis 2005,
ist für die USA tätig als
Special Envoy in the Bureau of Near East
Affaires for Palestinian Reconstruction (Mitteilung der Botschaft der USA in
Berlin).
Erika Wagenhöfer, Josef Düster und ich wünschen Ihnen schon jetzt ein
gesegnetes Weihnachtsfest und einen besinnlichen Jahresausklang verbunden mit
den besten Wünschen für das Neue Jahr.
Mit herzlichen Grüßen im Namen des Komitees
Dieter
von Samson
Anlagen:
1. Protokoll über die Mitgliederversammlung
2. Protokolle über Vorträge
3. Farbfotocollage
4. Aktuelles Anschriftenverzeichnis